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Sportlich-Faires Miteinander ohne den anderen: Ein offener Brief an den TSV Spandau 1860 e.V.

18. September 2017

Ein „sportlich-faires Miteinander“ ist es, was in jedem Schreiben von euch gefordert wird. Dass dies leider scheinbar nur auf Einseitigkeit beruht und ihr euch alles andere als sportlich-fair gebt, beweist eine Mahnung eines Rechtsanwaltes, die mir seit einigen Tagen vorliegt, weil ihr leider absolut nicht kritikfähig seid und selbst vor falschen Informationen nicht zurück schreckt. Das ist für einen Verein sehr Schade und traurig. 

Es fing alles eigentlich gut an. Unser Sohn begann bei euch ein strukturiertes und produktives Judo-Training. Es hat ihm Spaß gemacht. Die Trainerin war sehr engagiert, musste aber leider irgendwann in Elternzeit. Danach gab es zwischendurch wechselnde Trainer und am Ende leitete die junge Tochter einer Mitarbeiterin das Training. Das war quasi der Anfang vom Ende. Denn gerade ihre Trainerbescheinigung bekommen war sie einfach zu jung, konnte sich kaum durchsetzen und das Training entwickelte sich zur Spielgruppe mit etwas Judo dabei, was nicht selten von Eltern kritisiert wurde. Die Kritik wurde angenommen, aber leider nicht wirklich gebessert. 

Satzung und Geld über Zufriedenheit? 

Trainingsinhalte und Erwartungen wurden rechtzeitig kund getan, doch irgendwann, lieber TSV Spandau 1860 müsst auch ihr verstehen, reicht es. Irgendwann ist auch die Geduld eines Vaters am Ende. Wenn bestimmte Dinge nicht umgesetzt werden, sollte es das verdammte Recht eines Vaters sein die Mitgliedschaft vorzeitig zu kündigen. Aber euch war das Geld wichtiger. Eine Kündigung Anfang Juli wolltet ihr leider nicht mehr akzeptieren. Wenige Tage nach der Frist – eure Satzung und das Geld sind euch scheinbar lieber als die Zufriedenheit der Eltern. Und auch die schriftliche Kritik wurde eigentlich nur versucht abzuschmettern. Intern pickt eben einer Krähe der andern das Auge nicht aus.

Und selbst vor falschen Informationen schreckt ihr nicht zurück. Eures Wissens nach sind Eltern nicht beim Training in der Halle? Eigentlich waren ständig Eltern anwesend, teilweise um auch der Trainerin in Sachen Autorität zur Seite zu stehen, weil sie es alleine einfach nicht geschafft hat bestimmte Kinder in den Griff zu kriegen. 

Sportlich-faires Miteinander

Im letzten Brief habt ihr mit dann eine neue Frist gesetzt und obwohl ich fristgerecht per Mail reagiert habe, trudelte schon der Brief von eurem Inkasso-Anwalt ins Haus, der natürlich direkt den höchsten Satz dazu veranschlagte und so wurden aus 45 Euro direkt 145 Euro. Das nennt ihr „sportlich-fair“? Sportlich-fair für euren Anwalt sicherlich. Aber für mich kein Thema. Ich zahle das gerne und sehe es als Lehrgeld. Lehrgeld euch zu meiden und nicht weiter zu empfehlen. 

Zudem wolltet ihr mich am schreiben hindern und bezeichnetet meine Anmerkung darüber schreiben zu wollen als „Erpressung und Verleumdung“. 

Versucht eure Probleme doch mit euren Mitgliedern wirklich „sportlich-fair“ zu lösen und nicht nur zu eurem Vorteil. Nehmt Kritik ernst und redet auch mit den Trainern darüber. Benehmt euch wie ein Verein, statt nur einer zu sein. Und wenn jemand unzufrieden ist und das Problem sich nicht klären lässt, lasst ihn doch austreten, anstatt nur das Geld schwinden zu sehen. Wobei es natürlich schöner wäre, dass so etwas gar nicht passiert, aber dazu müsstet ihr Kritik ernst nehmen und sie intern auch dementsprechend behandeln und bearbeiten. Und nicht eure verwandten Mitarbeiter / Helfer schützen. Dinge objektiv betrachten – das muss man eben können. 

Einzelfall? 

Mit Nichten. Morgens beim bringen des Sohnes zur Schule reicht schon das Wort „TSV“ und andere Mütter schildern ihr erlebtes. In der Spandauer Facebook-Gruppe fragte ich ebenfalls nach Problemfällen und bekam prompt innerhalb weniger Minuten drei Nachrichtenanfragen im Messenger. Darunter gleich zwei Fälle von Menschen, dessen Kündigungen ihr nie bekommen habt. Sicherlich fristgerechte Kündigungen. Die nicht fristgerechten habt ihr natürlich bekommen, denn die könnt ihr eh mit eurer Satzung abschmettern.

Und nein, ich möchte kein anderes Angebot von euch wahr nehmen. Am liebsten würde ich auch die Kündigung gar nicht aufrecht erhalten, aber bei so einem Verein möchte ich nicht angemeldet sein. Vielleicht sucht ihr nochmal das Gespräch mit mir und wir klären das Problem und dann gibt es an dieser Stelle auch gerne ein Update. 

6 Comments

  • Reply
    Andreas Voetz
    18. September 2017 at 16:09

    Kein Einzelfall: Unser Sohn wollte gerne Fußball spielen. Nach wenigen Trainings haben die Trainer entschieden, dass unser Sohn nicht fähig sei in der Mannschaft zu spielen, da er (mit 8 Jahren) die Leistung nicht erbringt. Alternativen gab es nicht, da meine Frau und ich nunmal keinen neuen Özil oder sonstwen zur Welt gebracht haben. Ich schrieb nur noch eine Mail und da meiner Meinung nach der Vertrag von Seiten des TSV Spandau 1860 e.V.gekündigt war, stellte ich die Zahlung ein… zu dumm nur, dass die anderer Meinung waren. 140 Euro für ein deprimiertes Kind an einen Verein bezahlt, der ihn nicht haben wollte…

    • Reply
      Jochen
      18. September 2017 at 16:13

      Das ist Schade zu hören, zeigt aber, wie dieser Verein denkt und handelt.

      Dein Kind erbringt nicht die gewünschte Leistung für den Fussball. Damit sagt der Verein dir eigentlich es möchte Dein Kind nicht. Wieso man dann nicht kündigen darf ist echt fraglich.

      Aber es bestätigt mein Denken über den Verein.

      Vielen Dank für deine Erfahrung.

      • Reply
        Erwin Katulag
        18. September 2017 at 21:40

        Hallo,
        super geschrieben und um welchen Verein handelt es sich?
        Der TSV bietet kein Fußball an und hat auch noch nie Fußball angeboten.

    • Reply
      Andreas Voetz
      18. September 2017 at 21:56

      Ich muss mich korrigieren. In meinem Fall war es der FC Spandau 06. Habe nochmals nachgeschaut, nachdem mich der Vorsitzende angerufen und indirekt mit der Übergabe des Falles an den Anwalt gedroht hat. Ich revidiere also meine Aussage, es wäre der TSV Spandau gewesen.

      • Reply
        Jochen
        18. September 2017 at 22:52

        Jemand vom TSV ruft dich (laut Facebook um 21:50 Uhr) an und droht direkt mit Anwalt.

        Nicht schlecht. Und traurig zugleich.

  • Reply
    AnjaFrieda
    18. September 2017 at 21:07

    Leider sind heutzutage viele der Vereine so verkommen. Ich komme aus Osnabrück und muss hier leider genau das gleiche berichten. Schon die Kündigungsfristen sind unverschämt: immer zum Quartal zum nächsten Quartal. Wenn ich also am 01.01 kündige, kann ich erst zum 01.03. austeigen. Kündigungen zwischendurch werden nicht angenommen – selbst 3 Tage nach Ablauf der Frist nicht. Ich hatte am 03.01 meine Kündigung eingereicht, wichtige Begründung etc. sollte aber erst zum 01.06. rauskommen. Ich bin dran geblieben, hab mehrere Briefe geschrieben (ich glaube 8 Stück) und bin schließlich pünktlich zum 01.03 rausgekommen. Hat mich aber Nerven gekostet… ohne Ende. Die haben immer Möglichkeiten. Natürlich. Aber die nutzen die nicht. Und du brauchst denen auch gar nicht mit solchen Dingen wie Fairness oder gesellschaftliche Verantwortung und sozialer Aspekt blablabla zu kommen. Das prallt an denen ab.
    Und unser Verein hier, der hat auch Nerven. Meine Freundin wollte ihre Tochter dort anmelden, damit unsere beiden zusammen tanzen können. Pustekuchen. Weil ihre Tochter 6 Monate unter 6 Jahre alt war, wollten die eine extra Grundgebühr erheben, weil sie noch berechtigt sei an den Babyveranstaltungen mitzumachen. Wollte sie aber gar nicht. Und bei der Mitgliederversammlung war das auch noch gar nicht durchgewunken, geschweige denn in der Satzung aufgenommen. Aber schon mal die Kohle kassieren und die Eltern abzocken. Das kann man. Und wenn man dann genauer nachfragt, zeigt sich die Tante an der Info total unqualifiziert und meint, sie hätte ja keine Ahnung, würde ja nur das machen, was man ihr auftrüge. Ich hab ihr dann gesagt, dass das rechtlich wahrscheinlich gar nicht geht, weil Pauschalisierungen mit Gebühren ziemlich diskriminierend sind. Wollte sie gar nichts von wissen.
    Aber Hauptsache, die Kohle kommt rein.

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