Für Kinder Kinder-Gadgets Tests

Toniebox (2016) im Test – Hörspiel-Würfel für das Kinderzimmer

21. November 2017

Die Idee der Tonieboxen ist super: Liebevoll gestaltete Figuren auf ein Gerät zu platzieren, mit denen die Kinder dann die Hörspiele hören können. Denn CDs können schnell zerkratzen und sind doch sehr empfindlich,besonders unterwegs. Und so habe ich unseren Kindern eine Toniebox gekauft. Die Freude war am Anfang groß. 

Bis eben der Wunsch nach weiteren Hörspielen im Raume stand. Denn die Auswahl ist klein, die Hörspiele teuer. So kosten Figuren mit einem Hörspiel zwischen 12 und 15 Euro und sind damit doppelt so teuer wie CDs. Zudem bekommen Käufer bei Amazon teilweise noch das MP3-Album kostenfrei dazu. Und wie erwähnt bietet Tonies nur eine beschränkte Auswahl an Hörspielen. Die Lieblingsfiguren meiner Kinder fehlen zum Beispiel komplett. 

Kreativ-Tonies zum selbst bespielen

Hier könnte man zwar nun zu den sogenannten Kreativ-Tonies greifen. Jedoch sind diese auf 90 Minuten beschränkt. Weiterhin ist die technische Umsetzung noch nicht ausgereift. Nicht selten bekommt man ständig Fehlermeldungen, wenn man einen Kreativ-Tonies bespielen möchte. Möchte man längere Hörspiele hören, muss man diese auf mehrere Tonies à 12,99€ verteilen. Das alles klingt nach einer eher Geld orientierten Lösung. An Speicher kann es nicht liegen – der kostet so gut wie nichts. Cloud-Speicher kann es auch nicht. Auch da bekommt man bei allmöglichen Anbietern mehrere GB kostenfrei.

Denn die Hörspiele befinden sich nicht auf den Figuren. Die Figuren haben lediglich einen Chip, welcher der Box sagt welches Hörspiel sie abspielen soll. Abgespeichert werden die Dateien auf der Box selbst mittels einem internen Speicher, welcher Platz für mehr als 400 Stunden Hörspiele oder Musik bietet. Wenn man also einen Kreativ-Tonie bespielt lädt man zuerst die Dateien in die Cloud. Von dort gehen sie über das heimische WLAN auf die Box. Denn die Box muss vor der Benutzung mit dem WLAN verbunden werden. Ändert man einen Kreativ-Tonie muss man das Ganze wieder synchronisieren damit die Box auch die neue Playlist abspielt. Wenn also der Hersteller wollte könnte er die Spielzeit eines Kreativ-Tonies hochschrauben. Tut er aber leider nicht. Der Kunde soll ja neue Figuren kaufen. Und das finde ich bei einem Preis von 12 bis 15 Euro echt happig. 

Sound und Steuerung

Technisch ist die Toniebox wirklich nicht schlecht. Der Ton ist sehr gut und die Steuerung ist sehr gut gelöst und meine Kinder beherrschten die Steuerung wirklich sehr schnell. Über die Ohren wird lauter oder leiser gestellt und mit einem Klaps auf die jeweilige Seite wird der nächste Titel gespielt. Die Figuren haften über einen Magneten an der Box und das abspielen der Hörspiele geht relativ schnell.

Unabhängig von der innotativen Steuerung und den Figuren reicht aber auch ein MP3 Player oder andere Alternativen. Wirklich überrascht haben mich zum Beispiel die Alilo Hasen. Diese haben sogar einen besseren Sound als die Toniebox und bieten ordentlich Speicher für die Hörspiele seiner Wahl. 

Übrigens: Gerät die Firma hinter der Toniebox mal in finanzielle Schieflage und muss den Dienst und somit auch die Cloud einstellen, kann man nur noch das abspielen, was auf der Box gespeichert wurde. Neue Inhalte herunterladen geht dann nicht mehr und so manche Figur könnte dann nur noch zum spielen benutzt werden. Man ist also zu abhängig vom Anbieter und dessen Cloud-Dienste. Wünschen tue ich es der Firma natürlich nicht. 

toniesbox

Optisch macht die Box eine gute Figur.

Empfehle ich die Toniebox?

Jein. Die Figuren mögen ein Alleinstellungsmerkmal sein, aber es gibt Alternativen im Bereich der Kinderzimmer-Hörspiel-Geräte. Alternativen, die mir wirklich die Freiheit lassen zu hören, was ich oder die Kinder wollen. Und bei denen ich nicht abhängig von der Figurenauswahl bin. Denn ein Hörspiel pro Figur ist manchmal einfach zu wenig. Wenn es wenigstens zwei Hörspiele wären, käme man quasi auf den Preis einer CD. Aktuell zahlt man für die Figur einfach zu viel mit. Dabei gefällt mir die Idee mit den Figuren sehr wohl. Auch die Steuerung ist sehr innovativ und für Kinder sofort zu verstehen. 

Die Kreativtonies sind leider keine wirkliche Alternative um eigene Hörspiele oder Musik zu hören. Die Toniebox kann mehr als 400 Stunden speichern, ein Kreativtonies bietet aber lediglich mal gerade 90 Minuten bei einem Preis von 12 bis 15 Euro. Das ist zu wenig und zu teuer. Da können die Figuren noch so süss aussehen. Eine MicroSD mit 32 GB ist schon zu diesem Preis zu bekommen. Und da passt eine Menge drauf. 

Der Anschaffungspreis von circa 80 Euro ist bei dem, was die Box direkt aus dem Karton kann, zu hoch. Es gibt aber immer wieder mal Angebote, auf die es sich lohnt zu warten, wenn man denn die Box wirklich haben möchte. Denn für Kinder, die auch die klassischen Hörspiele hören und denen die Auswahl reicht, ist die Box durchaus zu empfehlen. 

Dazu erwähnen möchte ich, dass der Test mit einer Toniebox letztes Jahr nach Weihnachten geschrieben wurde. Ich hatte die Box also in einer sehr frühen Phase. Die Figurenauswahl ist natürlich grösser geworden, das Unternehmen gesund gewachsen. Gerne teste ich die Box erneut, sobald mir eine aktuelle Version vorliegt. 

 

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8 Comments

  • Reply
    Caroletta
    21. November 2017 at 11:10

    Danke für die kritische Rezension.
    Wir nutzen in der ganzen Wohnung ein Sonos-System. Mit nur einem einzigen Spotify-Account kann man so in jedem Raum was anderes abspielen (oder bei ner Party in jedem Raum das Gleiche) Spotify hat eine Riiiiiiesenhörspielsammlung für Kinder. Da frag ich mich schon lange, warum man so eine Box wie oben beschrieben überhaupt kaufen sollte. Das Konzept war veraltet noch bevor es auf den Markt kam.

  • Reply
    Fischeropoulos
    21. November 2017 at 14:45

    Und kleine Kinder unter 4 Jahren suchen sich dann eigenständig über Sonos die Musik aus? Also mal ehrlich, der Vergleich hinkt doch.

    Natürlich sind die Tonies nicht günstig, aber das System kommt bei den Kindern gut an und um genau das geht es doch. Wir haben in Summe 15 Tonies, davon 3 Kreativ-Tonies und wir kommen prima klar damit. Die Tonies sind auch wunderbare Geschenke, besser als immer wieder Süßigkeiten oder einen Pullover zum diversen Anlässen.

  • Reply
    Heiner
    21. November 2017 at 19:35

    Danke für deinen kritischen Beitrag. Endlich mal ein Papa, der sich so darüber äußert (muss ich es nicht tun). Der Sinn der Box ist wirklich dämlich. Du hast es genau auf den Punkt getroffen. So etwas lässt sich einfacher und besser realisieren. Schade, denn ich denke, dass der Anbieter versucht, die Kunden ans Produkt zu binden/fesseln. Apple hat es ja ähnlich gemacht mit dem iPod und dem iTunes Store.

    Es gibt glücklicherweise auf Github einige tolle Projekte, wie sich eigene mp3 Boxen, teils mit RFID Chips, bauen lassen. Raspberry Pi als PC und ab geht die Rakete. Wie du schon schreibst, bekommt man die CDs bei Amazon ja auch als mp3 und die spielt man einfach auf den USB Stick, tüddelt alles in eine Kiste und zack, feddich (ok, es braucht etwas, aber es gibt tolle ANleitungen). Alles zusammen für schmales Geld. Und du bist auf einmal alle negativen Punkte von der Tonie Box los.

    Die Seite von alilo.de ist irgendwie nicht erreichbar, ich muss mir den Hasen mal woanders ansehen, danke für den Tipp. Derweil bleiben wir bei einem ollen Kassettenrekorder und den Benjamin Blümchen Kassetten aus meiner Kindheit. Die funktionieren noch und unser Kind hat noch etwas in der Hand… auch irgendwie toll.

    • Reply
      Fischeropoulos
      21. November 2017 at 21:32

      Das sollen kleine Kinder bedienen, ich will sehen wie ein 2-5 Jahre altes Kind mal locker aus einer Mediathek Inhalte aussucht und dann abspielt. Angenommen ich habe 30 Titel auf einer anderen Box, bitte beschreibt mir doch mal wie ein Kind mit 2-3 Jahren dann den Grüffelo auswählt? Ich lasse mich jetzt gerne mal überraschen 😉

      • Reply
        Yasmin
        21. November 2017 at 21:51

        Ganz klar: Der 2 Jährige kann schon lesen. Deiner etwa nicht? 😉 😉

      • Reply
        Solveig
        21. November 2017 at 22:52

        Wir haben ein mobiltelefon mit Display am Start. Dort werden die Bilder der Cover dargestellt. Drauf gedrückt und los geht es (mit einem Lautsprecher gekoppelt) das könnte schon die kleine.

        • Reply
          Fischeropoulos
          22. November 2017 at 11:24

          Ich finde die Figuren für Kinder die besser Wahl, jeder wie er mag. Der Box alles abzusprechen ist aber ganz sicher nicht der Weg. Die Tigerbox ist aus Holz, was passiert wenn die auf den Boden geworfen wird oder sogar das Telefon? Haben meine Kinder selbst schon mal gemacht, sind halt Kinder.

  • Reply
    Hörspiel-Geräte im Vergleich: Alilo Hase, Toniebox und Tigerbox - vater.blog
    19. Dezember 2017 at 12:42

    […] Toniebox Test 2016 […]

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