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Mobilfunk + DSL: Von 300 Euro auf 60 Euro im Monat – Es geht auch ohne Telekom sehr gut

6. Mai 2018

Im besten Netz. Beim besten Anbieter. Das war mir immer wichtig. Gerne bezahlte ich dafür auch mehr. Irgendwann war ich dann bei über  300 Euro im Monat nur für Telekommunikationsanbieter. Doch irgendwann rebellierte etwas in mir. Und ich verabschiedete vom besten Netz und bestem Anbieter und wisst ihr was – ich lebe noch und bin bestens erreichbar.

Mitschuld liegt bei den Anbietern

Nach meinem Brief an die Telekom fragten viele, was denn passiert ist. Die Antwort ist einfach: Überschuldung. Ich habe mehr ausgegeben als eingenommen, was letztendlich wirklich an den Telekommunikationskosten lag. Man lässt sich ja gerne den neusten Vertrag aufschwatzen. Oder das neuste TV-Produkt. Denn aufschwatzen können die Anbieter gut. Aber danach helfen oder den Scherbenhaufen mit aufräumen wollen sie nicht. Traurig, dass man an seine Verträge gebunden ist und es keine Regelung gibt, die einem hilft, bevor man verschuldet ist. Für manche ist das sogar ein Weg in die Insolvenz. Die einzige Lösung: Der Anbieter lässt euch aus dem Vertrag, aber das war selbst bei der Telekom einen Monat vor Vertragsende nicht mal möglich. Der Anbieter nimmt es lieber in Kauf den „guten Kunden“ in die Schuldenfalle laufen zu lassen. Ich hoffe, dass sich hier die Gesetze bald ändern, da die Anbieter eine Mitschuld tragen. 

Und Deutschland ist leider gut im Schulden machen. So waren es laut Schuldenatlas Ende 2017 mehr als 6,9 Millionen Schuldner. Ende 2016 waren es 65.000 und damit 0,9 Prozent weniger Menschen. Das ist eine traurige Entwicklung, liegt aber auch zum Teil an der traurigen Wahrheit, dass die Anbieter mit ihren Premium-Netzen uns abzocken. Was bekommt man denn für 30 Euro? 4-6 GB? In anderen Ländern wie Dänemark bekommt man für 16 Euro unbegrenztes Datenvolumen. Wir teilen uns mit anderen Ländern im Europa-Vergleich das Schlusslicht einer langen Liste. Und wenn man das sieht und sich ein Smartphone auch ohne Vertrag kaufen kann, hat man die Schnauze voll von den Abzockpreisen, die wir in Deutschland über uns ergehen lassen müssen. 

Adieu Telekom 

Und so habe ich mich von der Telekom getrennt und meine Kosten auf gerade einmal 60 Euro gesenkt. Darin sind Handyverträge und Internet. Kein TV, denn ich für mich brauche kein Fernseh-Angebot, da ich seit Netflix, Maxdome und Amazon Prime gar kein klassisches Fernsehen mehr schaue. Das ist die selbe Konsequenz, dass ich mir seit Netflix und Co. keine physischen Medien mehr kaufe und alle BluRays damals verkauft habe. Wozu der physische Müll, wenn man alles digital haben kann? Aber darum geht es jetzt nicht. Fakt ist, dass wir das klassische Fernsehen nicht mehr schauen und die Sendungen, die wir schauen möchten sich meist nach Ausstrahlung in der Mediathek der jeweiligen Sendergruppe zu finden sind. 

Um aber nicht ganz darauf zu verzichten habe ich aktuell das kostenlose Drei-Monats-Abo von Magine.tv. Danach würde ich wohl über Freenet TV nachdenken, welches ein schärferes Bild als Entertain TV der Telekom hat. GIGA TV von Vodafone hat mir von Bild her gar nicht zugesagt. Die Kosten liegen also aktuell hier bei 0 Euro.

Hinsichtlich des Internets zu Hause habe ich Vodafone mit seinem Kabel-DSL und einer 200er-Leitung eine neue Chance gegeben. Erstmal habe ich es parallel als Absicherung mit der Telekom laufen gelassen und die Ergebnisse sind weitaus besser als damals. Selbst zur Hauptzeit Abends habe ich noch 100 Mbit bekommen. Die Telekom wollte mir weiterhin nur 50.000 anbieten, was für mich letztendlich nicht akzeptabel war. Die Kosten hierfür betragen ohne Fernsehen aktuell 19,99 Euro pro Monat. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich lediglich für das erste Jahr nur 19,99 Euro pro Monat zahle. Später wird es das doppelte, aber auch das ist noch vollkommen okay. Eventuell gönne ich mir noch die FritzBox! für knapp 5 Euro mehr im Monat. 

Handyvertragkosten massiv gesenkt

Kommen wir zum spannendsten: dem Handyvertrag. Und ja, es ist sicher toll im besten Netz zu sein, aber in Berlin beispielsweise tut es auch das Netz von o2. Ich habe jetzt mehrere Wochen das Netz getestet und bin absolut zufrieden. Hier zahle ich für 10 GB aktuell 19,99 Euro bei PremiumSim, einer Drillisch Marke. Dazu gibt es eine AllNet und SMS-Flat, EU-Roaming ist inklusive und ich kann monatlich kündigen. Meine Frau zahlt für 4 GB 12,99 Euro mit den gleichen Optionen. Bei der Telekom würden wir ohne Smartphone für 4 GB unverschämte 39,10 Euro bezahlen. Lasst euch das mal auf den Lippen zergehen: 4 GB für rund 40 Euro und das nur weil das angeblich beste Netz ist. Mit einem Top-Smartphone wären das 57,11 Euro. Ich glaube wenn man darüber nachdenkt, kommt man einem echt dumm vor, oder? 

Das erstaunliche bei meinem Test war übrigens: An manchen Orten wie Karls in Elstal oder Germendorf hatte ich besseres Netz und Werte als bei der Telekom. In Berlin Mitte, oh ja, sieht die Situation zugegebener Weise anders aus. Touristen, viele Menschen – da bricht das Netz oft ab, man hat trotz LTE kein Internet und auch Telefonate können abbrechen. Diese Überlastungen sollen aber auch die anderen Anbieter zeitweise haben. Aber trotz Gemecker am Anfang war die Frage für mich, wie oft ich denn in Berlin Mitte bin. Und die Antwort ist: ziemlich selten. Also auch irgendwie okay für mich. Weiterhin ist es gar nicht schlimm und auch kein Weltuntergang mal für ein paar Sekunden nicht erreichbar zu sein, kein Internet zu haben oder wie ein Zombie dauernd auf das Smartphone glotzen zu müssen. Musik und Videos kann ich zudem offline abspeichern.   

Auch das Service-Argument kann ich schon einigen vorweg nehmen: Drillisch hat echt einen super Service. Mails werden schnell beantwortet, man kann anrufen oder mit einem Mitarbeiter chatten. Es wird einem schnell geholfen und wie ich es bei der Telekom gewohnt war, ist der Service wirklich sehr gut. 

Die Kosten für einen Handyvertrag ohne Smartphone liegen daher monatlich bei 32,98 Euro.

Mehr Geld für andere Dinge

Rechnen wir alles zusammen kommen wir auf aktuell 52,97 Euro. Würde noch FreenetTV dazu kommen wäre es auch noch unter 60 Euro. Damit habe ich meine Kosten von knapp 300 Euro auf 60 Euro drücken können. Das bedeutet natürlich mehr Geld für andere Dinge. Und ich fühle mich entschlackt und besser dabei. Wirklich. 

Vielleicht sollte mal einer jeder darüber nachdenken und vielleicht können wir irgendwann die Anbieter dazu bewegen umzudenken und uns nicht mehr nur als Kühe zum melken anzusehen. Ich habe meinen Schlussstrich gezogen und mache diese Abzocke nicht mehr mit. Mein Konto dankt es mir.

2 Comments

  • Reply
    Stefan
    6. Mai 2018 at 18:30

    Hallo Jochen,
    deine Forderung nach einem Gesetz, welches Anbieter in die Pflicht nehmen soll teile ich nicht.
    Du hast das 18. Lebensjahr erfolgreich vollendet und sogar deutlich überschritten.
    Jeder Mensch ist für sein Handeln und die Verträge die er abschließt selbst verantwortlich. Somit trägst du auch die Konsequenzen. Der Hileruf nach dem Gesetzgeber ist für absolut nicht akzeptabel. Jeder Mensch sollte selbst in der Lage sein, seine Ein- und Ausgaben zu verfolgen und rechtzeitig Konsequenzen ziehen, wenn man mehr einnimmt als man ausgibt.
    Dieser Schrei nach dem Gesetzgeber ist einfach lächerlich und man sollte so h einfach vor der Unterschrift Gedanken dazu machen, ob man die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit tragen kann.
    Dies ist in keinem Fall ein Angriff auf dich, sondern eher ein Appell an viele Menschen dort draußen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Der Staat hat nicht die Pflicht jeden Bürger an die Hand zu nehmen, nur weil er im Leben nicht gerlernt hat mit Geld umzugehen.

  • Reply
    Stefan
    6. Mai 2018 at 20:50

    Kurzer Nachtrag:
    Ich hatte den Kommentar leider auf dem Handy geschrieben und entschuldige mich für die paar Fehler.

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