Mutterschaft

Muttertag – Mutter = Muttertag

Heute ist Muttertag, der Tag an dem die Mütter geehrt und auf Wunsch der Industrie auch beschenkt werden sollen. Und auch ich habe bisher immer an diesem Tag meine Mutter angerufen und ihr einen Strauss Blumen eines lokalen Blumengeschäftes in Paderborn geben lassen. Natürlich würde ich das auch in diesem Jahr genauso handhaben, doch ein ganz entscheidender Punkt fehlt dabei: meine Mutter. 

Muttertag ohne Mutter

Meine Mutter ist im Februar überraschend verstorben und solche Tage lassen mich noch stärker an sie erinnern. Lassen mich noch stärker vermissen. Erinnern mich daran, dass das Leben schneller zu Ende sein kann, als man denkt.

Ich wollte ihr noch so viel sagen. Noch so viel zeigen. Wollte, dass sie die Kinder aufwachsen sieht. Dass sie sieht wie sie sich in der Schule entwickeln. Wie sie zu kleinen jungen Männern heranwachsen. Wie wir uns entwickeln. Wie ich mich entwickle. Aber das wird meine Mutter nicht mehr miterleben, da sie tot ist. Das heißt sie kann nicht mehr hören, sehen, schmecken, fühlen, riechen. Sie kann niemand mehr in den Arm nehmen, lachen oder weinen. Der Körper ist nicht mehr da. Irgendwie ist sie weg, aber dennoch bleibt vieles von ihr zurück.  

Sie ist nicht weg

Und ich bin fest davon überzeugt, dass sie über uns wacht. Dass sie auf uns schaut. Und immer ein Teil unseres Lebens sein wird. 

Michaelangelo drückte das einmal so aus:

„Ich bin nicht tot,
ich tausche nur die Räume,
ich leb‘ in Euch und geh‘
durch Eure Träume.“

Was mir bleibt sind viele Erinnerungen und Whatsapp-Audio-Nachrichten, die ich mir immer wieder anhöre. Ich erinnere mich an alles Schöne, an die Liebe und alle guten Gelegenheiten miteinander. 

Aber auch an die Dinge, die nicht gut liefen. Von ihnen lerne ich und versuche in Zukunft einen anderen Weg zu gehen. 

Danke Mama

Danke, liebe Mama, dass Du da warst. Danke für alles, womit Du das Leben der Menschen, auch meines, die Dir nahestanden, froher und reicher gemacht hast. Dein Lebenskreis hat sich geschlossen. Dein Tod hat viele traurig gemacht, und Du hinterlässt eine Lücke im Leben der Menschen, die Dich lieben. 

Danke für alles, was Du für mich und uns getan hast. Ich habe dich sicher auch mal enttäuscht, aber ich habe letztendlich die Kurve gekriegt und durch deine Unterstützung den richtigen Weg gefunden. 

Ich werde dich niemals vergessen, wie könnte ich auch. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich vermisse dich jeden Tag. 

Muttertag bleibt Muttertag

Eigentlich war die erste Überschrift „Muttertag – Mutter = Tag“, aber das stimmt ja nicht. Der Muttertag bleibt auch ohne Mutter ein Muttertag. Er lässt mich wie andere Tage erinnern. Und Erinnerungen sind wichtig, denn manchmal bleibt einem nichts anderes mehr. Was hätte man denn, wenn man alles verloren hätte? Nur noch die Erinnerungen. 

Gerade jetzt schwelge ich gerne in Fotos und Geschichten von früher. Natürlich kommen da auch hin und wieder schmerzliche Gefühle und Unverarbeitetes hoch. Aber das muss so sein, denn meine Erinnerungen stehen für mein bisheriges Leben. Was ich in meiner Vergangenheit erlebt und getan habe, hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Und meine Mutter war ein grosser Teil dieser Erinnerungen. 

Daher sollte dieser Tag kein normaler Tag für mich sein. Es ist Muttertag und ich liebe meine Mutter und ich bin fest der Überzeugung, dass wir uns eines Tages wieder sehen. Denn die Liebe führt einen zusammen. 

Mama, ich liebe Dich. 

Ich habe für diesen Text teilweise Zitate aus der Verabschiedungsfeier genutzt, weil sie mir einfach sehr gut gefallen haben und ich es nicht besser ausdrücken könnte.